"Vordergründig – Hintergründig

Serie
Du hast noch keinen Podcast zur Wiedergabe ausgewählt
00:00 / 00:00
Herunterladen
Playlist

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.

Aktuelle Wiedergabe

    meinmusikpodcast.de

    Vordergründig – Hintergründig

    • 2019 hat der Oberösterreicher mit „Alles Leben dieser Erde“ sein bereits 35. Studioalbum auf den Markt gebracht. Es beinhaltet zahlreiche neue Songs aber auch Neuaufnahmen seiner größten Hits.

      Das Interview mit Waterloo entstand in seinem Geburtsort Altheim, im oberösterreichischen Bezirk Braunau. Hier ist er als Geburtstagüberraschung für einen langjährigen Fan gebucht worden. Egal ob Konzertsaal oder Geburtstagsfest im Gasthaus, dem Sänger ist keine Location zu groß oder zu klein. Noch immer hat der gebürtige Innviertler  100 Auftritte pro Jahr.

      Rund vier Stunden ist Waterloo von seinem neuen Wohnort Mörbisch nach Altheim gefahren. Mit im Gepäck hat er natürlich sein aktuelles Album „Alles Leben dieser Erde“.

      Es ist ein starkes Statement für Frieden, Freiheit, Respekt und Verantwortung, erklärt Waterloo:

      Knapp zwei Jahre hat es gedauert, bis das neue Album fertig war. Inspirationen für seine neue CD hat Waterloo auf zahlreichen Reisen sowie durch seine bewusste Lebenseinstellung gesammelt. Einige Songs wurden von Musiker-Kollegen wie Klaus Pruenster, Gary Lux oder „Supermax“ Kurt Hauenstein beigesteuert. Hauenstein schrieb zum Beispiel den Titelsong „Alles Leben dieser Erde“. Produziert wurde das Album im PlanetM Studio von Martin Seinmen und Gery Moder in Traun, nahe Linz.

      Über 50 Jahre dauert die musikalische Karriere des Oberösterreichers bereits an. Der Startschuss dazu erfolgte in Altheim, wo noch heute einige Familienmitglieder leben. Und zwar Cousinen, ein Onkel und die mittlerweile 95-Jährige Mutter. Zeit für einen Besuch der Verwandtschaft bleibt im Zuge seines Gastspiels im Innviertel allerdings keine.

      Seinen Vater bezeichnet der heute 75jährige Sänger als seinen besten Lehrmeister. In den frühen 60er Jahren durfte ihn der junge Hansi auch einmal nach Linz begleiten.

      Doch Vater Kreuzmayr will nicht nur, dass sein Sohn um Zigaretten einen weiten Bogen macht. Er versucht, seinem Sohn auch eine wertschätzende Behandlung von Frauen zu vermitteln.

      Waterloos Vater ist es auch noch vergönnt, den Aufstieg seines Buben zum internationalen Star mitzuerleben. Er stirbt 1976, also im selben Jahr, in dem „Waterloo und Robinson“ beim Song Contest für Österreich den 5. Platz holen. Noch bevor sich der große Erfolg eingestellt hat, mahnt  der Vater seinen Sohn, er möge doch auch einen Brotberuf ergreifen.

      Dem Vater gehorchend, wird Hans Kreuzmayr Tischler, Innenarchitekt und später Kaufmann. In seiner Freizeit macht er bereits Musik und hat zahlreiche regionale Auftritte. Nach seiner Zeit in der Möbelbranche führt Hans ab 1969 in Linz die Damenboutique „Eclisse“. Das Geschäftslokal dafür findet er unmittelbar nach seiner Kündigung als Raumgestalter am Linzer Hauptplatz. Noch am Abend der Kündigung mietet er das Lokal.

      Auf der Suche nach Mitarbeitern für seine Damenboutique lernt der Sänger seinen langjährigen Gesangspartner Sepp Krassnitzer kennen. Der spätere Robinson lässt sich zu dieser Zeit gerade zum Grafiker ausbilden.

      Gemeinsam gründen sie die Band „Waterloo & Robinson“. Daneben wird die Auslage dekoriert. In Waterloos damaligem Wohnhaus entstehen die ersten Songs, die Ö3 vorerst aber ablehnt.

      Es handelt sich dabei um die damalige Ö3-Moderatorin Evamaria Kaiser, die anfangs der 70er Jahre österreichische Musiker fördert. 1971 folgt dann der Durchbruch: Waterloo und Robinson gelingt mit „Du kannst sehen“, einem Lied über ein blindes Mädchen, der erste Hit in Österreich. Daraufhin lädt Evamaria Kaiser die beiden in ihre Sendung „Show-Chance“ ein.

      „Du kannst sehen“,  mit diesem Lied belegen Waterloo und Robinson den dritten Platz bei der ORF Talente-Show „Show-Chance“ und werden mit ihrem ersten Hit zu Mitbegründern des sogenannten „Austropops“. Es folgt „Lili’s Haus“ und mit „Baby Blue“ der erste Europa-Hit.

      Bald wird auch der Komponist Christian Kolonovits auf das Pop-Duo aufmerksam. Er schreibt und produziert mit „Waterloo und Robinson“ den Welthit „Hollywood“. In Österreich belegen die beiden Sänger ab Juni 1974 mit „Baby Blue“ und „Hollywood“ bis Ende des Jahres abwechselnd die Plätze 1 und 2 der Ö3-Hitparade, die damals noch eine Postkarten-Hitparade ist.

      Da die Fans unermüdlich Postkarten für „Waterloo und Robinson“ an die Ö3-Hitparade senden, schafft Ö3 mit Beginn 1975 die Hitparade ab.

      Erst 1980 kommt die Wertung mit verändertem Reglement zurück. „Unsere Musik war handgemacht“, erinnert sich Waterloo noch heute gerne an diese Zeit zurück.

      Der große Erfolg stellt Hans Kreuzmayr vor eine schwierige berufliche Entscheidung. Neben seinem musikalischen Aufstieg ist er auch als Geschäftsmann erfolgreich.

       1976 folgt der erste große internationale Show-Auftritt: Waterloo und Robinson vertreten Österreich mit „My little world“ beim Song Contest in Den Haag. Neben dem Lied ist vor allem ihre damalige Kleidung in Erinnerung geblieben.

       „My Little World“ enthält eine musikalische Botschaft, die noch heute Gültigkeit hat, so Waterloo.

       Nach dem Song Contest verlagert sich der Erfolg immer mehr nach Deutschland. Als zum Beispiel 1979 „Ich denk noch oft an Marianne“ erscheint, bleibt dieses Lied in Österreich relativ unbeachtet. In Deutschland erreicht der Song über Prostitution hingegen bald Gold-Status. In dieser Zeit sind „Waterloo und Robinson“ auch Dauergäste in den großen Abendshows von Peter Frankenfeld, Vico Torriani, Lou van Burg oder Hans Rosenthal. Besonders Dieter Thomas Heck, der ZDF-Hitparaden-Kultmoderator, fördert die beiden.

      Hauptsächlich singen „Waterloo und Robinson“ in englischer Sprache. Nicht zuletzt weil sie RCA Records unter Vertrag genommen hat. Ebenfalls werden zu diesem Zeitpunkt die Platten von Harry Belafonte, David Bowie oder Elvis Pressley von dieser Plattenfirma vermarktet.

      Der Erfolg ist damals nicht die große Motivation weiterzumachen, vielmehr ist es die Freude an der Musik.

      1979 nehmen „Waterloo und Robinson“ für Ö3 den Jingle zur Ferien-Sendung „Radio Holiday“ auf, der bis heute gespielt wird und im Laufe der Zeit Kultstatus erreicht hat. Doch ab Anfang der 80er Jahre bleiben in Österreich für Kreuzmayr und Krassnitzer die Erfolge aus, was zu Unstimmigkeiten führt.  Es wird auch über einen Wechsel des Musikstils diskutiert.

      Versuche im Stile der österreichischen Singer-/Songwriter Erfolge einzufahren, scheitern.

      1981 trennt sich das Pop-Duo. Hans Kreuzmayr findet nach der Trennung von Waterloo & Robinson mit „Im Land das Ewigkeit heißt“, wieder den Weg auf die Erfolgsspur, auch in die heimischen Charts. Der Song ist ein Cover des Vangelis-Hits „I´ll find my way home“.

      „Im Land das Ewigkeit heißt“, Waterloos Comeback-Hit aus 1982. Eine Neuaufnahme befindet sich auf seinem aktuellen Album „Alles Leben dieser Erde“. Anfang der 80er Jahre folgen mit „Freiheit“ oder „Impossible Dream“ weitere Hits. In Deutschland erhält er als erster Österreicher eine Auszeichnung als bester deutscher Sänger. In den 80er und 90er Jahren tritt Waterloo vermehrt auch hinter dem Eisernen Vorhang auf. In der DDR spielt er sogar mit Big Band.

      So erfolgreich er im Beruf auch ist, privat muss Hans eine Niederlage wegstecken. Auch seine zweite Ehe geht in die Brüche.

      Doch 1999 lernt Waterloo seine dritte Ehefrau kennen. In dieser Zeit verkörpert er gerade bei den Karl-May-Festspielen in Winzendorf den Winnetou.

      Die Verwandlung von Waterloo in Winnetou wird zu einem großen Erfolg, obwohl ihm Kritiker anfangs nicht zutrauen, spektakulär reiten zu können. Doch gerade die Zeitungsartikel sind es, die viele Zuschauer auf das Festspielgelände locken.

      Anfang der 90er Jahre bekommt Waterloo auch die Gelegenheit, einige Zeit in einem Indianer-Reservat in Nordamerika zu verbringen, was seine weitere Musik stark beeinflusst. Es folgen seine „indianischen“ Alben.

      Neben den musikalischen Inspirationen wird durch Waterloos Erlebnisse bei den Indianern auch seine Liebe zur Natur verstärkt.

      „Reservation Cowboy“, ein Titel aus Waterloos Album „Indian Summer“ aus dem Jahre 2012. Neben indianischen Lebenswelten haben es Kreuzmayr auch die Menschen in Afrika angetan. Seinen aktuellen Wohnort in Mörbisch nennt er deshalb gerne „Little Africa“. Hier lebt er gemeinsam mit Frau Andrea in seiner „eigenen kleinen Welt“.

      Hans Kreuzmayr, alias Waterloo ist Vater von 5 Kindern. Außerdem hat er mit Dana eine Enkeltochter, die ihn bereits zum Urgroßvater gemacht hat. Seine Freiheitsliebe versucht er seinen Nachkommen weiterzugeben.

      Waterloo macht die Musik, die ihm gefällt, auch wenn er damit nicht mehr so wie einst Millionen von Tonträgern verkauft. Seine Freiheitlebt er auch in seinem Aussehen aus.

      Anerkennung kommt mittlerweile auch aus der Politik: 2018 wird Waterloo von Landeshauptmann Thomas Stelzer die Kulturmedaille des Landes Oberösterreich verliehen. Doch im Vordergrund stehen für den Sänger Publikumspreise. So erreicht Waterloo Platz 4 bei Dancing Stars. Diesen Erfolg hat er fast ausschließlich dem Publikums-Voting zu verdanken. Privat steht seine Familie voll hinter ihm, besonders Gattin Andrea. Geheiratet wurde auf indianisch. „Das schweißt zusammen“, ist sich der Sänger sicher.

      Waterloo ist also privat wie auch beruflich erfolgreich. Doch was ist in der Zwischenzeit aus „Waterloo und Robinson“ geworden? 2002 haben die beiden ein Cover des Opus-Hits „Live is Life“ auf den Markt gebracht und sind damit für sieben Wochen in den österreichischen Charts gelandet. Doch Mitte 2007 ist ihr Comeback schon wieder vorbei. 2015 kommt es im Rahmen des in Wien ausgetragenen Eurovision Song Contests noch zu einigen Spezial- und Fernsehauftritten.

      Solo möchte Waterloo also auch noch in den kommenden Jahren auf der Bühne stehen.

      Ja, und damit sind wir am Ende eines vordergründig-hintergründigem Porträts über den Sänger Waterloo. 2019 hat er mit „Alles Leben dieser Erde“ sein bereits 35. Studioalbum herausgebracht und am 27. November 2020 feiert er seinen 75. Geburtstag.  Weitere Informationen über Waterloo erhalten Sie auf der Homepage des Sängers unter www.waterloo.at.

      (Peter Pohn)

    • Als Beda sein Soloprojekt gestartet hat, war ihm klar, dass er aufgrund seines Dialektes überregional wahrscheinlich kaum verstanden werden wird. „Das war mir egal“, erzählt er, er brauche ja nicht die ganze Welt mit seinen Liedern erobern. Bei einem großen Konzert in Dortmund hat Beda aber gemerkt, dass zumindest seine Musik international verstanden wird.

      „Warte nicht, mache es jetzt und nicht morgen“

      Seine musikalische Basis holte sich der Mühlviertler in der Musikhauptschule Freistadt. „Hier wurde viel gesungen und wir nahmen sogar CDs auf“, berichtet Beda. Daneben lernte er Gitarre und übte auf seiner Zieharmonika, also der „Quetschn“, wie das Instrument im Dialekt genannt wird. Nach der Pflichtschule wollte der Musiker eine Lehre beginnen, entschied sich aber doch dazu die Matura zu bestehen und zwar im Linzer Stiftergymnasium. Hier lernte er seine Kollegen vom Vokalensemble LALÁ kennen. Mit ihnen hat Beda bereits viele Konzerte absolviert, bis er eines Tages den Entschluss fasste, selbst Lieder zu schreiben. „In einer Gruppe muss man Kompromisse suchen, um einen Konsens zu finden“, erklärt er. Deshalb startete er neben dem Chor-Projekt auch solo durch.

      Schubladen

      Beda verbindet Reggae mit traditioneller Volksmusik und Pop, ist also sehr vielseitig. Wenn es dennoch jemand schafft, ihn in eine musikalische Schublade zu stecken, ist das dem Musiker nur recht.

      Bereits als Kind hat Beda „Quetschn“-Unterricht bekommen. „So ganz traditionell, mit Polka und Walzer“, erzählt er. Dann sei bei ihm die „Sturm und Drang“-Zeit gekommen und er hat die Quetschn weggelegt.  „Ich konnte mich als Jugendlicher einfach nicht mehr mit diesem Instrument  identifizieren“, erklärt er.

      Beda liebt es, Texte im Dialekt zu schreiben. „Der Dialekt ist weich, dadurch besser zu singen und obendrauf gibt es noch mehr Ausdrücke“, erklärt er. Den Ausdruck „Fesche Gredl“ hat Beda von seiner Oma gehört und gleich daraus ein Lied gemacht.  „In einer halben Stunde war dann der Song, angelegt als flottes Reimspiel, fertig“, erzählt er.

      In seinen Texten spielt Beda auch mit der Zweideutigkeit von Begriffen. Beim Titel „Marie“ zum Beispiel erkennen viele nicht sofort, worum es in diesem Lied inhaltlich eigentlich geht. Die meisten denken an eine Frau, die in einem Liebeslied besungen wird. „Ja, der Song hat schon mit Liebe zu tun“, erklärt Beda, „allerdings besinge ich die Liebe zum Geld“. Für Geld würden viele Menschen auch ihre persönliche Freiheit aufgeben, ohne es zu merken, beobachtet Beda.

      „Kein Austropop“

      Zu Beginn seiner musikalischen Laufbahn kann der „Quetschen-Liedermacher“ keinen Bezug zu österreichischen Popmusikern finden. „Meine Musik ist kein Austropop“, sagte er damals. Großes Vorbild in jenen Jahren ist Hubert von Goisern. Beda macht sein eigenes Ding, er fühlt sich auch keiner Szene verbunden.

      Beda mit Palme sucht auch den Kontakt zu anderen Musikern oder Musik-Genres.
      2019 spielte er mit den Blech Brass Brothers in Ort im Innkreis beim „Woodstock der Blasmusik“ auf. Seine Lieder hat er als Bläsersatz arrangiert. Es war für den Multiinstrumentalisten das erste Mal, vor 60.000 begeisterten Fans aufzutreten. Aufgrund des großen Zuspruchs soll die Kooperation weitergehen.

      Musik als Therapie

      Auf der Bühne fühlt sich Beda mittlerweile pudelwohl, wie er sagt, doch das war nicht immer so. In seiner ersten Phase als Solo-Künstler hatte Beda einige Enttäuschungen zu verarbeiten.

      Für Beda ist Musik eine Art Therapie. Themen oder Botschaften, die er wahrscheinlich in einem Gespräch nicht so gut rüber bringen könnte, wie er meint, transportiert der Liedermacher in Form von musikalischen Botschaften. Aus der Kreativität wächst die ständige Kraft, weiterzumachen.

      Mit seiner, von der „Quetschn“ geprägten Musik, erreiche Beda ältere Generationen. Mit den kritischen Texten, spreche er ein jüngeres Publikum an. Ich bin eher der kritische Typ, schätzt sich Beda selbst ein. Er  mache sich demnach viele Gedanken, was in der Gesellschaft gut oder schlecht läuft. Mit seinen Liedern möchte er sein Publikum unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregen. Ein Spagat, der nicht immer einfach ist. Inspirationen für Texte kommen vor allem durchs Lesen.

      „Mitleid bekommst Du geschenkt, Neid musst du Dir verdienen“

      Sein erstes Solo-Konzert spielte der Sänger 2011 in Wels. Damals präsentierte er eigene Lieder mit Gitarre, allerdings war er noch ohne Palme unterwegs. Beda bezeichnet diesen Auftritt als Niederlage, denn im Publikum befanden sich nur drei Burschen. Es waren allerdings seine besten Freunde.

      „Mitleid bekommst Du geschenkt, Neid musst du Dir verdienen“, so lautet Bedas Motto, an das er sich seit dieser Zeit hält. Als Musiker überleben zu können, ist nicht einfach. Es gebe zwar sehr viele die Schreiben, sich aus dem Proberaum aber nie heraustrauen“, erklärt Beda. Zudem sei der Markt heiß umkämpft.

      Sein Werdegang als Livekünstler ließ Beda hart werden. Das müsse er auch sein, erklärt er, denn mit seinen Liedern gibt er viel von sich preis und wird daher angreifbar. Beda schreibt ständig an neuen Songs. Nicht alle kommen sofort auf ein Album oder werden live vorgestellt. Er lässt sie reifen.

      Zu beinahe jedem Song auf dem Album „Quetschnroots“ gibt es ein Video, das auf Youtube zu finden ist. Das Lied „Schware Göd“, entstand wieder in Kombination mit den Blech Brass Brothers, die natürlich auch im Video zu sehen sind. Und Stabführer ist: natürlich, da Beda.

      Die Palme

      Es kursieren ein paar Geschichten, wie Beda zu seinem Künstlernamen kam. Gern erzählt er die einzig Richtige: Die Idee zu seinem Künstlernamen kam Beda im Wohnzimmer. Er überlegte, wie er sich die Bühne einrichten könnte, um sich wohlzufühlen. Eine Palme musste her, die dann nach und nach zum Markenzeichen wurde.

      Mit „Daunzn“ hat Beda eine Nummer auf das Album gepackt, die er in Konzerten schon live gespielt hat. Sein Publikum ist bei diesem Song immer begeistert mitgegangen. Nun wollte er daraus etwas ganz Besonderes machen und hat deshalb den Song zu einem Berliner Produzenten geschickt, der sich auf Reggae spezialisiert hat. Geworden ist daraus ein Song mit traditionellem Thema im modernen Sound. „Viele Menschen glauben, die meisten Jugendlichen tanzen nicht mehr“, sagt Beda. Weit gefehlt, sie machen es, nur halt anders.

      „Bin Mühlviertler geblieben“

      Wolfsegg am Hausruck ist Bedas Wahlheimat. Ursprünglich kommt der Musiker aus dem Mühlviertel. Ins südliche Hausruckviertel brachte ihn die Liebe … Eigentlich ist er ja auch überzeugter Mühlviertler geblieben, wie er sagt. Freistadt bezeichnet der 30jährige Musiker als Stadt seines Herzens und die Altstadt sei für ihn ein Juwel.

      Auch wenn der Musiker als Multiinstrumentalist gelten kann, sieht er sich als Sänger. Beda spielt Ziehharmonika, Gitarre, Melodica, Mundharmonika, Trompete und Klavier. Es gibt aber noch weitere Instrumente, die er gerne lernen würde. Zum Beispiel Cello oder Dudelsack.

      Beda ist es wichtig, seinen Musikstil immer wieder zu verändern. Verschiedene Variationen seiner Musik sind besonders am aktuellen Alben „Quetschnroots“ zu hören. „Marie“ und „“Daunzn“ sind eindeutig Reggae-Nummern erklärt er. „Schware Göd“ und „fesche Gredl“ sind Zeugen seiner Volksmusikalischen Wurzeln. Und „Es is gaut“, zeigt seine Freude an Pop-Musik.

      Weitere Informationen über den „Bio-Akustischen-Dialekt-Volks-Reggae“-Musiker gibt´s auf Bedas Homepage unter, www.mit-palme.at.

      (Peter Pohn) 

    • Dass am Red Bull Ring in Zeiten von Corona überhaupt ein Rennen gestartet werden kann, ist auch Franz Schreiners Verdienst. Der Linzer Zivilingenieur half mit seinem Gutachten, dass nach langer Zeit bei einer Motorsportveranstaltung die Ampel wieder auf Grün geschaltet werden kann.

      Als Gutachter ist Schreiner Bindeglied zwischen den regionalen Behörden, die Gesetze und Regeln vorgeben und dem Renn-Veranstalter am Red Bull Ring. Der Linzer muss kontrollieren, ob die Vorgaben auch eingehalten werden. Vorwiegend ist der 76jährige für die Sicherheit abseits der Strecke verantwortlich. Auch wenn an beiden Rennwochenenden 2020 in Spielberg keine Zuschauer zugelassen sind, waren im Vorfeld der Rennen viele Fragen zu klären, erinnert sich der Gutachter.

      Gravierende Unterschiede

      Der gravierendste Unterschied ist heuer neben den leeren Rängen, dass alle am Ring Beschäftigten eine Maske tragen und einen 2-Meter-Abstand einhalten müssen. Dies sei besonders in den Boxen schwierig, erklärt Schreiner. Die Teams sind getrennt untergebracht, damit keine Cluster-Bildungen entstehen können. Logistisch wurde darauf geachtet, dass sämtliche Arbeitsschritte auf kürzestem Weg zu erledigen sind und somit auch die Kontakte auf ein Minimum reduziert werden. Die Versorgung erfolgt über ein zentrales Catering. Am 24. Juni ist die Genehmigung für beide Rennwochenenden am Red Bull Ring erteilt worden. Nun kommen bereits weitere Anfragen von Veranstaltern, zum Beispiel aus Silverstone, wo ebenso wie in Spielberg zwei Rennen gefahren werden.

      Formel 1 – Veranstalter bauen auf Spielberg-Erkenntnisse auf

      Die Formel 1 baut auf jene Erkenntnisse, die in Spielberg gewonnen werden, auf. Hier wurde zwei Monate lang intensiv daran gearbeitet, um Rennen zu ermöglichen. Die Situation habe alle Beteiligten ins Schwitzen gebracht, so Schreiner. Selbst wenn während der beiden Rennwochenenden ein Corona-Fall auftreten würde, kann die Formel 1-WM weitergeführt werden. Sollte innerhalb eines Rennstalls ein Mitarbeiter erkranken, wird mit ziemlicher Sicherheit das gesamte Team von der WM ausgeschlossen, meint Schreiner. Das letzte Wort habe dabei aber die medizinische Kommission, in Abstimmung mit den jeweiligen Behörden in den Ländern. An einem gewöhnlichen Rennwochenende in Spielberg sorgt der Ziviltechniker Schreiner vorwiegend für die Sicherheit abseits der Rennstrecke. Es gibt Regeln, Verordnungen und Richtlinien, die überprüft werden.

       Jochen Rindt – mit Enthusiasmus und Ausstrahlung zum Erfolg

      Die Formel 1-Weltmeisterschaft geht heuer bereits in ihre 70. Saison. Im August 1970, also vor 50 Jahren, wurde das erste Rennen am Österreichring ausgetragen. Es war eine Zeit, in der jährlich mehrere Todesopfer unter den Fahrern zu beklagen waren, weiß Schreiner. Dennoch scheuten die Piloten das Risiko nicht. Einer der jungen Wilden von damals war der Österreicher Jochen Rindt. Aufgrund seiner Ausstrahlung wurde er zum Idol einer ganzen Generation. Die Verbreitung der Formel 1 war früher bei weitem nicht so groß wie heute, weiß Schreiner, aber es entstand dennoch eine große Begeisterung für diesen Sport.

      Im September jährt sich der tödliche Unfall von Jochen Rindt bereits zum 50. Mal. Er war der erste Österreicher in der Formel 1 und wurde posthum zum Weltmeister. Im Abschlusstraining zum Grand Prix von Italien in Monza, am 5. September 1970, brach bei seinem Lotus die vordere rechte Bremswelle und der Wagen prallte mit voller Geschwindigkeit in die Leitplanke. Rindts Tod erschütterte eine ganze Nation. Der Lotus-Pilot hatte den damals neuen 6-Punkt-Sicherheitsgurt nicht korrekt angelegt, da er befürchtete, bei einem Feuerunfall nicht rechtzeitig aus dem Auto kommen zu können. Sein Wagen brach in zwei Teile, deshalb ragten Rindts Beine ins Freie. Die Wucht des Aufpralls hat ihn gegen das Lenkrad geschleudert. Laut Aussagen von Ärzten starb der Rennfahrer an einer zerrissenen Luftröhre und einem eingedrückten Brustkorb.

      Unfälle lösen Lerneffekt aus

      Heute ist ein Formel 1 – Auto dank Kohlefaser-Cockpit derart stabil und die Sicherheitsmaßnahmen  für die hohen Geschwindigkeiten so berechnet, dass der Fahrer unter normalen Bedingungen selbst schwerste Unfälle übersteht. Seit 1963 überprüft der Dachverband des Automobilsports, kurz FIA, die Sicherheit der Rennstrecken, allerdings nicht in dem Ausmaß von heute, erklärt Schreiner, der seit den späten 1950er Jahren den Motorsport verfolgt. Damals gab es noch keine Sicherheitsbestimmungen.

      Laut Schreiner hätten Unfälle, wie jene von Jochen Rindt, Niki Lauda oder Ayrton Senna einen Lerneffekt ausgelöst. Bereits Ende der 1960er Jahre führte die FIA Überrollbügel und feuerfeste Rennanzüge ein. Nach dem Rindt-Unfall wurden die Cockpits ständig verstärkt und ein medizinischer Dienst an der Strecke vorgeschrieben. In den 1980er Jahren setzten dann Konstrukteure nach und nach Kohlefaser ein und auch die ersten Crashtests wurden gemacht. Datenschreiber waren dann die große Errungenschaft der 1990er Jahre. Nun gibt es auch Sensoren in Renn-Anzügen, mit denen während des Rennens der körperliche Zustand des Fahrers überwacht wird. Außerdem ist der Kopfschutz stetig verbessert worden. Als den Brasilianer Felipe Massa 2009 beim Qualifying zum GP von Ungarn eine Stahlfeder unmittelbar über dem linken Auge traf, wurde der Cockpitschutz HALO eingeführt, der verhindern soll, dass Gegenstände in das Cockpit hineinfliegen können.

      Sicherheitsmaßnahmen am Red Bull Ring

      1987 wurde der Grand Prix von Österreich aufgrund von mehreren Startkarambolagen aus dem Rennkalender gestrichen. Auf Basis der vielen Erkenntnisse, die im Laufe der Zeit gewonnen und umgesetzt wurden, ist der Red Bull Ring heute wieder eine sehr sichere Strecke. Eine große Hilfe bei der Weiterentwicklung von Sicherheitsmaßnahmen seien seit rund 30 Jahren Computersimulationen, so Schreiner. Die Simulationen geben vorwiegend Auskunft darüber, wie lange das Fahrzeug benötigt, bis es zum Stillstand kommt. Außerdem wird gemessen, wie groß die Aufprallgeschwindigkeit an den Schutzvorrichtungen, also den Barrieren ist. Heute dürfen die Piloten in den Boxen nur mehr 60 Km/h fahren. Schutz für Zuschauer bieten die FIA-Zäune, die nach oben hin mit einer Abschrägung versehen sind. Somit können Reifen, Autoteile oder ganze Autos nicht in den Zuschauer-Bereich fliegen. Es gibt auch eine Draht-Konstruktion welche die Räder mit dem Auto verbindet und sie somit am Wegfliegen hindert. Ein Herzstück modernster Technik ist in Spielberg das Race Control Center. Hier werden auf rund 20 Bildschirmen die Aufnahmen der zahlreichen Kameras entlang der Strecke gesichtet. Es ist möglich, den gesamten Kurs einzusehen. Nicht mehr wegzudenken sind auch die verpflichtende Anwesenheit von Hubschraubern, sowie ein Krankenhaus mit Not-Operationsmöglichkeit an Ort und Stelle. Verbesserungen im Bereich Sicherheit können nur im Kollektiv entschieden werden. In den diversen Gremien befinden sich sowohl Hersteller als auch Gutachter sowie Vertreter der Landesverbände.

      Neben dem Sicherheitsdenken haben sich auch die Fahrertypen verändert: Aus den Gladiatoren von einst sind mehr und mehr „Taktik-Tüftler“ geworden. Wegen des minimierten Risikos und den neuen Fahrertypen verliere die Formel 1 an Attraktivität, so Schreiner. In den 1970er Jahren ist es dem britischen Manager Bernie Ecclestone gelungen, die Königsklasse des Motorsports an die Spitze zu bringen. Den Zuschauer-Schwund der letzten Jahre konnte Ecclestone allerdings nicht verhindern. Auch die aktuelle Vermarktungsfirma Liberty Media habe noch kein Rezept gegen die nachlassende Attraktivität gefunden.

      Formel E kann Formel 1 nicht überholen

      In der Formel E stehen noch weniger die Fahrer als Gladiatoren im Mittelpunkt, denn auch Fans können ins Renn-Geschehen eingreifen. Laut Schreiner nehme die elektronische Rennformel eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung von E-Autos ein. Der Zivilingenieur geht davon aus, dass in den nächsten Jahren, in punkto Attraktivität, keine Parallelformel die Formel 1 verdrängen kann. Das sehe man alleine schon an den Zuschauerzahlen. Welcher Antriebsstrang nun das Rennen in der Zukunft machen wird, ist noch lange nicht entschieden, schätzt Schreiner. Auch wenn Verbrennungsmotoren aufgrund des Umweltgedankens rückläufig sind, habe die Formel 1 noch immer ihre Berechtigung. War es zu Beginn der Formel 1 der reine Enthusiasmus, der Konstrukteure und Fahrer Kopf und Kragen riskieren ließ, so können heute durchwegs viele Erkenntnisse für den Personenkraftwagen genutzt werden.

      Steht nun die Technik im Vordergrund der Formel 1, waren es noch bis in die 1990er Jahre eher die Fahrer, die von den Fans unter anderem aufgrund der körperlichen Anstrengung zu Helden wurden. Immer wieder kam es vor, dass sie völlig erschöpft vom Siegertreppchen stürzten. Ein aktueller Formel 1-Fahrer müsse dafür konzentrierter sein als damals, weil er mehr geistige Aufgaben zu bewältigen habe, erklärt Schreiner. Der Reiz am Piloten geht allerdings mehr und mehr verloren. Wenn heutige Fahrer aussteigen, sind sie nicht verschwitzt. Im Grunde sieht man es ihnen nicht an, dass sie eineinhalb Stunden unter vollster Anspannung ihre Runden gedreht haben.

      Auch die Möglichkeiten, in die Formel 1 zu kommen, haben sich verändert. Heute ist hauptsächlich das Sponsor-Geld entscheidend, mit dem sich ein junges Talent von anderen abheben kann. Um wieder mehr Fahrern eine Chance zu geben, wurde von der FIA eine Stiftung gegründet. Bereits anfangs der 1990er Jahre, als Schreiners Söhne Christian und Michael im Kartsport mit späteren Formel 1-Größen wie Fernando Alonso oder Lewis Hamilton gefahren sind, standen sie vor der Entscheidung, ob sie in die Königsklasse des Motorsports kommen wollen. Sie entschieden sich für eine risiko-ärmere Berufs-Laufbahn, in der sie auch erfolgreich wurden.

      Schreiner selbst war ab 1972 30 Jahre lang als Fahrer im Rennsport tätig. Seine Karriere begann in Italien, wo er studierte und danach Schritt für Schritt die Rennsport-Stufenleiter hinaufgestiegen war. Mitte der 1990er Jahre, kurz vor Beendigung seiner aktiven Rennfahrerlaufbahn, wurde Schreiner Fahrervertreter und fand dadurch den Weg zur FIA. Besonders engagierte sich Schreiner für die Sicherheit im Kartsport, denn hier legen bereits Kinder den Grundstein ihrer Karriere, betont der Zivilingenieur. Fasziniert am Motorsport hat den Linzer neben der Technik vor allem die Geschwindigkeit. Der Gefahr, der sich ein Motorsportler aussetzen muss, war sich Schreiner stets bewusst, sagt er.

      Offene Fragen

      Zurück zum Formel 1 – Auftakt 2020 in Spielberg: Kann es heuer, aufgrund der zahlreichen Rennabsagen, überhaupt einen würdigen Champion geben? Oder wird der erfolgreichste Fahrer dieses Jahres als Corona-Weltmeister in die Geschichte eingehen? Viele Fragen sind offen. Vor allem, wie es um das Interesse der Zuschauer vor den Fernsehschirmen steht. Wird es wieder Mercedes sein? Ferrari oder Red Bull oder gar ein anderes Team, das siegen kann? Heuer sind noch viele Fragen offen, so Franz Schreiner, der Formel 1-Sicherheitsexperte aus Linz.

                                                                                                                                                             (Peter Pohn)

    • Einst waren Ulli Bäer, Gary Lux, Harald Fendrich und Harry Stampfer die ersten Begleitmusiker von Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros und Georg Danzer in der Supergroup „Austria 3“.

      Nach dem Ende von „Austria 3“ fanden Ulli, Harald, Gery und Harry wieder zusammen und gründeten „Wir 4“. „Noch Vuan“ lautet der Titel des Debüt-Albums, es kam 2014 auf den Markt.

      In dieser Sendung hören Sie Interviews mit den Bandmitgliedern und einige Anspieltipps aus dem aktuellen Album „Noch Vuan“.

      Initiative für Obdachlose

      Die Geschichte der Band beginnt 1997, als Rainhard Fendrich gemeinsam mit Wolfgang Ambros und Georg Danzer den Verein „Initiative für Obdachlose“ gründet. Um für Bedürftige ein Seniorenheim errichten zu können, sollen mit Hilfe einer Gala Spenden gesammelt werden.

      Wer bei diesem Benefiz-Event auftreten wird, bleibt lange unklar. Schließlich beschließen Ambros-Danzer-Fendrich miteinander zu singen. „Austria 3“ ist somit geboren.

      Die Band entwickelt ein Programm, das dreieinhalb Stunden dauert. Am 10. Dezember ´97 ist es dann soweit: Im ausverkauften Theater an der Wien tritt Austria 3 erstmals auf. Das Gala-Konzert wird zum großen Erfolg. Mit dem Erlös aus diesem Event kann ein Haus in der Leopoldauerstraße zum ersten Seniorenheim für Obdachlose adaptiert werden.

      A 3 geht auf Tour

      Unter den Zuschauern befindet sich auch der deutsche Konzert- und Tourneeveranstalter Fritz Rau. Ihm gelingt es, das Trio zu überzeugen, eine Tournee in Deutschland und Österreich zu starten. Ambros, Fendrich, Danzer sagen zu und engagieren jene Band, die bereits im Theater an der Wien dabei war.

      Die erste A 3-Tournee dauert drei Monate. In dieser Zeit werden 40 Konzerte gespielt. Höhepunkt ist im Juni ´98 der Auftritt beim Wiener Donauinselfest. Das Publikumsinteresse war enorm, erinnert sich Ulli Bäer. Weitere Höhepunkte in dieser Zeit sind die Veröffentlichungen zweier Live-Alben, die Gold und Platin einbringen. Anfang Juli ´98 schaffen „Austria 3″ was in Österreich bis zu diesem Zeitpunkt noch keinem Musiker gelungen ist: Sie belegen mit beiden CDs die Plätze eins und zwei der „Austrian Top 40“. Außerdem füllt die Supergroup viermal hintereinander die Wiener Stadthalle bis auf den letzten Platz: Eine weitere Pionierleistung. Insgesamt sehen auf der Tour 100.000 Besucher das Erfolgs-Trio. Dafür bekommen sie die goldene Eintrittskarte verliehen.

      Gary Lux hat dank Ambros-Danzer-Fendrich während der Austria 3-Zeit viel Wiener Schmäh inhaliert, erzählt er. Für den gebürtigen Kanadier, der mit dem Dialekt weniger vertraut war, eine sehr lehrreiche Lebens-Phase. Außerdem wurden Freundschaften geschlossen.

      „Schau nur noch vurn“: Von A3 zu Wir 4

      Nachdem die Band in den kommenden Jahren immer wieder Abschiedstourneen spielt, sich bald darauf aber wieder dazu entscheidet, auf kleine Sommer-Tourneen zu gehen, ist Ende Juli 2006 endgültig Schluss. Kurz darauf gibt Georg Danzer bekannt, dass er an Lungenkrebs erkrankt ist. Als er am 21. Juni 2007 stirbt, muss mit dem Sänger auch ein bereits geplantes „Austria 3“-Comeback zu Grabe getragen werden. Die original A 3-Begleitband spielt danach immer wieder mit verschiedenen Austropop-Interpreten Konzerte, was allerdings nicht sehr zufriedenstellend verläuft, erinnert sich Harry Stampfer. Deshalb kommt es zur Gründung von „Wir 4“.

      Kurze Zeit nach den ersten „Wir 4“-Konzerten verlangen Fans bereits nach einem Album mit neuen Liedern. Die CD „Noch Vurn“ wird dann prompt produziert. Doch nicht nur das Publikum hat mit den neuen „Wir Vier“-Songs Freude. Es ist auch das Bedürfnis der einzelnen Bandmitglieder, Lieder zu schreiben, erklärt Harry Stampfer.

      Die Zeit, neue Lieder einzuspielen drängt, denn Sponsoren haben den Veröffentlichungstermin des Albums schon festgelegt. Die Produktion der Titel muss daher sehr schnell zum Abschluss gebracht werden. Und es war gut so, meint Harry, denn Zeitdruck erhöht in manchen Fällen den kreativen Output.

      Authentisches, Alltagserfahrungen und Kritik

      Die Lieder auf dem aktuellen „Wir 4“-Album bestechen durch ausgereifte Arrangements und Texte, die jede Menge Lebenserfahrung beinhalten. Harry Stampfer zeichnet in „Durt wo immer Summa is“ ein Stimmungsbild eines möglichen Ausstieges aus der sogenannten „Hektomatikwelt“. Das Lied entstand in Griechenland.

      Mit dem Opener „Herr Präsident“ steuerte Ulli Bäer ein Polit-Lied bei, das beim Sänger und Gitarristen der Band schon einige Zeit in der Schublade gelegen ist. Als dann dringend Titel für das Debüt-Album gebraucht werden, kramt es Ulli heraus. Der Song stammt aus dem Jahr ´89, also jener Zeit, in dem der „Eiserne Vorhang“ fiel. Thematisiert wird die damals ungewisse Zukunft Europas. Traurig stimmt Bär die Aktualität dieses Liedes.

      Bassist und Sänger Harald Fendrich war viele Jahre an Produktionen von Songs seines Bruders Rainhard Fendrich beteiligt. Seine Erfahrung lässt er nun in die Band „Wir 4“ einfließen. Zwischen Idee und fertigem Text liegen bei Harald oft nur ein paar Stunden. Auch wenn es schnell gehen muss, darf die Song-Qualität darunter nicht leiden, ist er überzeugt. In seinen Liedern thematisiert Harald Fendrich immer wieder gescheiterte Beziehungen.

      Das Leben an der Seite eines Musikers ist nicht immer einfach, weiß Gery. Die vielen Auftritte, die zu bewältigen sind, um überleben zu können, belasten meist die Beziehung. In „Ois wiad guat“ bedankt er sich bei seiner Partnerin für ihr Verständnis.

      Wolfgang Ambros als Gastsänger oder „Wir 4 plus Eins“

      Für das Lied „Respekt“, ebenfalls aus der Feder von Gary Lux, konnte Wolfgang Ambros als Gastsänger gewonnen werden. „Es ist ein tolles Erlebnis und Aufwertung der Produktion, wenn man mit Wolfgang singt“, meinen Harald Fendrich und Ulli Bäer. Ursprünglich hat Gary sein Lied „Respekt“ dem bekannten Wiener Volksschauspieler Götz Kaufmann gewidmet, der mit seiner Verkörperung des Kurti Blahovec in „Ein echter Wiener geht nicht unter“, bekannt wurde. In den letzten Jahren ist der Austropop-Kaiser vermehrt bei Konzerten mit der Band unter dem Motto „Wir 4 plus eins“ aufgetreten.

      Mittlerweile ist der Terminkalender von „Wir 4“ prall gefüllt. Kein Wunder, denn wer ein „Wir 4“-Konzert besucht, bekommt ein stimmungsvolles Live-Programm mit tollen Musikerpersönlichkeiten. Die Spiellaune ist ungebrochen, meint Harald.

      Weitere Informationen über die Band, Videos sowie sämtliche Tourneetermine finden Sie auf der „Wir 4“- Homepage unter www.wirvier.at.

       

       

       

       

    • Mit Udo Huber, Rudi Nemeczek, Reinhold Bilgeri, Klaus Prünster und der Linzer Kultband „Superfeucht“ blicken wir auf die 80er Jahre und ihrem Protagonisten „Falco“ zurück. Die Interviews entstanden während des ersten 80s-Revival 2017 am Linzer Pfarrplatz, organisiert von der Linzer Kultband „Superfeucht“. In den 80er Jahren hatte die Band einige große Hits: Mit „Jetzt oder nie“ oder „Der erste Schritt“ waren sie mehrere Wochen in den Charts von Ö3. 1985 spielte Superfeucht im Vorprogramm von Falcos Europatournee „Amadeus“.

    • Mit „Heast!“, das ist der Titel ihres Debüt-Albums, wollen die „Wödmasta“ aus Wien auf sich aufmerksam machen. Am 31. Jänner 2020 werden sie „Heast!“ in der Wiener Kulisse vorstellen. Dazu gehen die Singer-Songwriter Roland Vogl und Dietmar Baumgartner auf Winter-Tournee.

      2016 haben sich die Uralt-Freunde Baumgartner und Vogl zufällig im Sektor E des Wiener Ernst Happel-Stadions getroffen und spontan beschlossen, gemeinsam „Wödmasta“ zu werden. Als Mini-Mannschaft ist nun der Anick erfolgt. Gemeinsam wollen sie am Erfolg arbeiten, denn besser geht es „Mitanaund“. So lautet auch ein Titel auf ihrem neuen Album. Darin verbirgt sich auch eine Art Kritik am aktuellen Zeitgeist, was Egoismus betrifft, sagt Roland. Wenn zum Beispiel bei Kindergeburtstagen anstatt zu spielen, einsam über Smartphones gewischt wird, ist es höchste Zeit, ein leidenschaftliches „Mitanand“ entgegenzusingen, meinen die Wödmasta.

      Lieder über Alltagserfahrungen, Kultfiguren, Außenseiter und ihre Schicksale

      In den 90er Jahren schaffte es Roland Vogl als Sänger der Grunch-Band „Ballyhoo“ auf die Playlist der Musiksender MTV und VIVA. Aktuell ist der Floridsdorfer Backliner und Multiinstrumentalist bei den Wolfgang Ambros Pur-Konzerten. „Wödmaster“-Partner Dietmar aus Kärnten ist einst nach Wien gekommen, um in der Bundeshauptstadt Musik zu studieren. Hier war es für ihn anfangs nicht einfach Fuß zu fassen, erzählt er. Später ging Dietmar mit Peter Cornelius auf Tournee und schloss sich der Meidlinger Rock-Formation „Alkbottle“ an. Seine über die Jahre gesammelten Eindrücke hat er im Lied „Wien“ verarbeitet. Der Text dazu ist eine Mischung aus Klischee und Realität. Für Dietmar sind es vor allem die Menschen, die den Unterschied ausmachen. Denn ähnliche Geschäfte oder Konzerne haben sich bereits in sämtlichen Großstädten angesiedelt. Roland hat als DJ in einigen Wiener Lokalen gearbeitet. Auch seine Eindrücke, gespickt mit Ratten und Urin, stecken im Lied „Wien“. Roland und Dietmar schreiben also Lieder über Alltagserfahrungen, Kultfiguren, Außenseiter und ihre Schicksale. Für die „Wödmaster“ sind Lebenserfahrungen gepaart mit Beobachtungen wichtige Inputs für ihre künstlerische Arbeit. Auch wenn genau hingesehen werden muss, meinen die Wödmasta, denn Originale werden immer weniger oder sie verändern sich. Eines ist aber klar: Sie geben viel Stoff her.

      Musikalische Einflüsse

      Pop und Punk-Musik aus England bezeichnet Roland als seinen wichtigsten musikalischen Einfluss. Dietmar steht auf Rock. Gemeinsam sehen sich die „Wödmasta“ allerdings als Vertreter der Österreichischen Popmusik in der Tradition der Singer-Songwriter. Die Musik ihrer Jugend spielt bei den Wödmastan bis heute eine große Rolle. Auf der EP „No na ned“, die als Vorbote zum Album „Heast!“ erschienen ist, wurden die Covers „Foischer Tram“ und „I wü di, Du wüst mi“ veröffentlicht. Hinter „Foischer Tram“ versteckt sich „Tainted Love“ von Soft Cells und aus „I want you to want me“ von Cheap Trick wurde „I wü di, du wüst mi“.

      Keine sichere Existenz

      In den verschiedensten Formationen haben Roland und Dietmar die Härten des Musik-Business kennen gelernt. Nach dem Aus von Rolands Band „Ballyhoo“ die ihn in den 90ern kurzfristig zur Stimme der österreichischen Gruch-Szene machte, wechselte er auf die andere Seite des Musikbusiness und betreute den sogenannten Austropop-Adel: Falco, Rainhard Fendrich, die EAV, aber vor allem und bis zum heutigen Tag, Wolfgang Ambros. Dietmar wurde Musikproduzent. „Man muss Kompromisse eingehen, um als Musiker überleben zu können“, erklärt er. Es soll aber nicht der kommerzielle Sicherheitsgedanke sein, der einem bei einer Gruppe hält, so Dietmar. Andernfalls würde darunter die künstlerische Entwicklung leiden. Projekte müssten daher auch von Idealismus getrieben sein. Auch wenn Roland und Dietmar mit den „Wödmastan“ noch am Anfang ihrer gemeinsamen Karriere stehen, haben sie mit dem Projekt große Freude. „Sie hätten bereits den Zug zum Tor entwickelt“, meinen sie.

      „Wir wollen keine Stars sein“

      Die „Wödmasta“, beide über 50 Jahre alt, wollen Spaß an ihrer Musik haben und davon leben können. Starruhm steht dabei nicht im Vordergrund, meint Roland. Musik zu machen sehen die „Wödmasta“ als Privileg an. Vor Tausenden von Fans aufzutreten würden sie aber nicht brauchen, um sich selbst etwas zu beweisen. Roland hat ja als Künstlerbetreuer erlebt, wie schwierig es ist, sich als Star normal in der Öffentlichkeit zu bewegen.

      Weitere Informationen über die Wödmasta und sämtliche Termine können Sie auf der „Wödmasta“-Homepage unter www.diewoedmasta.com nachlesen.

                                                                                                                                                                                                              (Peter Pohn)

       

       

       

       

    • In dieser Sendung stellt der Musiker, Literat und Filmemacher Reinhold Bilgeri seinen Film „Erik und Erika“ vor und spricht über seine bisherige Karriere. Dazu hören sie Hauptdarsteller Markus Freistätter.

      1968 hat der ÖSV versucht, den Fall „Erika Schinegger“ zu vertuschen. Der frühere Hitparadenstürmer und heutige Filmemacher Reinhold Bilgeri hat sich dieses Themas angenommen und daraus einen Film gemacht. In „Erik und Erika“ erzählt er das schwierige Leben des Erik Schinegger, der 1966 als Mann Weltmeisterin in der Abfahrt wurde.

      Vor den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble wurde bei einem medizinischen Test festgestellt, dass die Abfahrtsweltmeisterin Erika Schinegger genetisch ein Mann ist. Schinegger, dessen Geschlecht aufgrund nach innen gewachsener Geschlechtsteile jahrelang nicht richtig identifiziert worden war, entscheidet sich zu einer Operation und der Änderung seines Vornamens von Erika in Erik.

      Für Schinegger ist dies der Beginn eines langen körperlichen aber vor allem seelischen Leidenswegs.

    • Wie betreffen uns historische Ereignisse noch heute?
      Welche Lehren können wir aus Ereignissen, die Geschichte machten für unser heutiges Leben ziehen?

      Am Beispiel der österreichischen und deutschen Geschichte der 1920er und 30er Jahre kann belegt werden, wie vorwiegend materielle Not Menschen hörig machen kann: Weite Teile der österreichischen und deutschen Bevölkerung wurden Werkzeuge für einen Führer, dem das persönliche Machtstreben ein vorrangiges Ziel war. Mittels gezielter Propaganda schaffte es das NS-Regime den Großteil der Menschen im Deutschen Reich von der Notwendigkeit eines Krieges zu überzeugen.

      In diesem „Vordergründig-Hintergründig-Spezial“ hören Sie eine szenische Lesung aus der Buchdokumentation „Als das große Unheil begann“. Anlass ist der Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939, also vor 80 Jahren. Jene Menschen, die in diesem Buch ihre Erlebnisse schildern, stammen aus der Gegend des südlichen Hausruckviertels in Oberösterreich. Aufgrund ihrer Großindustrieanlagen, wie die heutige Lenzing AG, die ehemalige Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG sowie die Brauerei Zipf hatte diese Region wechselvolle Epochen der Zeitgeschichte zu meistern. Heute sind jene Zeitzeugen, die ich zu ihrem Leben in der NS-Diktatur befragt habe, allesamt nicht mehr am Leben. Sie sind in den 1910er und 20er Jahren geboren. Liane Locker und Eugen Victor werden sie deshalb ihrer Stimme wieder zum Leben erwecken.

      Österreich ist heute ein freier Staat, an dessen Existenzfähigkeit seine Bewohner glauben. Das war aber nicht immer so und das regt zu folgender Überlegung an:

      Musste Österreich nach dem Ersten Weltkrieg erst die Drangsale der Ersten Republik, des Ständestaates sowie den Anschluss an Hitler-Deutschland erdulden, um endlich von seinen Bewohnern akzeptiert zu werden?
      Diese Frage bildet den „roten Faden“, der sich durch das Zeitzeugenprojekt zieht. Im Vordergrund stehen dabei Menschen, die eine Generation vertreten, welche innerhalb von rund 20 Jahren große Opfer bringen mussten, um den Zweiten Weltkrieg und den darauf folgenden Wiederaufbau bewältigten zu können. Am Beispiel der österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts kann somit belegt werden, wie unter anderem materielle Not und das daraus resultierende Elend Menschen formen kann: Sie wurden Werkzeuge für Potentaten, denen das persönliche Machtstreben ein vorrangiges Ziel war.

      Buchbestellung:

      „Als das große Unheil begann“ kann unter 0664 4823756 oder peter.pohn@hotmail.com bestellt werden.

       

    • „Meine Eltern zerbrachen an Barbaras Schicksal“
      Sechs Jahre nach dem Tod von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) erinnert sich Bruder Klaus Thaller an seine berühmte Schwester

       

      VON PETER POHN

       

      Es war eine Schockmeldung für ganz Österreich, aber auch über die Grenzen hinaus, als am 2. August 2014 bekannt wurde, dass die damalige Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer (SPÖ) den Kampf gegen ihre Krebserkrankung verloren hatte. Nicht zuletzt ihr steiniger Weg vom Arbeiterkind an die Spitze des Parlaments, ihre humane Leitung von Parlamentsdebatten aber auch die von ihr initiierte Demokratiewerkstatt für Kinder machten sie bei der Bevölkerung beliebt. Kenner der Politikszene trauten ihr deshalb auch als erste Frau den Sprung ins Bundespräsidentenamt zu. Trotz großer politischer Erfolge habe Prammer nie die Bodenhaftung und den Bezug zu ihrer Heimat und Familie verloren, erinnert sich Bruder Klaus Thaller (59). Im Interview spricht er über die letzten Stunden seiner berühmten Schwester, Familienleben und wie es dazu kam, dass Prammer nicht in Oberösterreich sondern in Wien begraben wurde.

       

      Herr Thaller, wie geht es Ihnen fünf Jahre nach dem Tod Ihrer Schwester Barbara Prammer?

      Klaus Thaller: Das Thema „Barbara“ ist nach wie vor schwierig. Wir sprechen natürlich im familiären Kreis über sie, stellen dann aber fest, dass ihr Tod noch nicht überwunden ist und wohl kaum überwunden werden kann.

       

      Mit dem Bekanntwerden der Diagnose Krebs standen Ihre Schwester Barbara und Ihre Familie plötzlich vor einer harten Prüfung.

      Ja, in Linz hat sie Mitte September 2013 die Diagnose bekommen und ich war mit meiner zweiten Schwester Sylvia, Büroleiter Helfried Carl und Pressesprecher Gerhard Marschall dabei. Carl und Marschall rieten Barbara in die Presse zu gehen, was sie aber zu diesem Zeitpunkt noch ablehnte. Das war der erste und einzige Moment, in dem bei Barbara sichtlich Angst aufkam. Sie wollte nicht, dass ihre schlimme Situation ausgenutzt und negativ über sie berichtet wird. Mit der Diagnose Krebs in die Presse zu gehen, bedeutete für sie sicher eine große Überwindung.

       

      Welche Rolle spielten Sie während der Krankheit?

      Ab der Diagnose hat sich die Familie bemüht, Barbara bei allen Behandlungen zu begleiten und auch an freien Wochenenden bei ihr zu sein. Ich habe vor allem die Aufgabe gehabt, meine Eltern zu informieren. Mein Vater hat stets nachgefragt, als er die Diagnose erfuhr, weil er die Situation nicht wahrhaben wollte. Nach und nach zerbrach er an Barbaras Schicksal. Die Übermittlung war der erste Stoß.

       

      Wie ging es weiter?

      Bis Weihnachten 2013 war Barbaras Zustand stabil. Am Heiligen Abend bekam noch jeder von uns Geschwister ein spezielles Geschenk. Es wirkte wie ein Abschied. Ab Jänner ist es mit ihrer Gesundheit dann leider bergab gegangen.

      Welche Erinnerungen haben Sie an das Wochenende, als Ihre Schwester im Sterben lag?

      Einen Tag bevor sie gestorben ist, also am Freitag, den 1. August 2014, sind wir alle nach Wien gefahren, da wir wussten, dass sie dieses Wochenende nicht mehr überleben wird. Ich wurde dann von meinen weiteren Schwestern und Pressesprecher Marschall gebeten, heimzufahren, damit jemand zuhause ist, um gleich die Eltern von Barbaras Ableben zu informieren. Schließlich sollten sie Barbaras Tod nicht aus der Presse erfahren. Am nächsten Tag um drei Uhr habe ich dann von ihrem Tod erfahren.

       

      Wie erlebten Sie Barbara Prammers Todestag am Samstag, 2. August 2014?

      Ich habe gewartet. Um 15 Uhr kam dann die schreckliche Nachricht. Ich fuhr zu meinen Eltern nach Ottnang, habe sie umarmt und gesagt, dass Barbara nun gestorben sei. Es hat lange gedauert, bis meine Eltern Barbaras Tod realisieren konnten. Dann sind sie aber relativ schnell mental und körperlich gebrochen.

       

      Konnten Ihre Eltern zum Begräbnis auf den Wiener Zentralfriedhof kommen?

      Ja, sie waren bei der Urnenbeisetzung im engsten Kreis mit Familie und Freunden dabei. Aufgrund ihres gesundheitlichen und mentalen Zustandes wollten sie jedoch am offiziellen Staatsakt nicht teilnehmen.

       

      Barbara Prammer galt als stark verbunden mit ihrem Heimatort Ottnang am Hausruck. War es Ihr persönlicher Wunsch in Wien begraben zu sein?

      Wir konnten uns zum Glück an ein makabres aber sehr lustiges Gespräch mit Barbara erinnern. Dabei hat sie uns „gestanden“, dass sie sich in vielen Jahren schon über ein Ehrengrab für ihr politisches Engagement freuen würde. Die Stadt Wien hat uns ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof angeboten und wir durften dort einen schönen Platz für die Grabstätte aussuchen.

       

      Wie sehr fehlt Ihnen Ihre Schwester?

      Sehr, besonders bei Familientreffen, die Barbara sehr gerne hatte und zum Abschalten brauchte.

       

      Hatte Ihre Schwester neben Ihrer Karriere als Politikerin denn Zeit für regelmäßige Familientreffen?

      Das war relativ einfach: Sie hat gesagt, wann sie Zeit hat und wir haben uns danach gerichtet. Es gab kein Weihnachten, kein Ostern, keinen Geburtstag, wo sie nicht dabei war. Im Schnitt sahen wir sie alle drei Monate.

       

      Zu welchen aktuellen Themen würden Sie Ihre Schwester heute am liebsten befragen?

      Es wäre eine gute Frage, wie sie das Flüchtlingsthema anpacken würde. Grenzen zudrehen, Leute sterben lassen, und die Einstellung „Hauptsache uns geht es gut“ hätte ihr mit Sicherheit nicht gefallen. Sie fehlt in der österreichischen Innen-Politik aber vor allem unserer Familie.

       

      Was denken Sie, wie wäre Barbara Prammers politische Laufbahn weitergegangen?

      Ich glaube nicht, dass sie noch einmal ein Ministeramt in der Bundesregierung angestrebt hätte. Als erste weibliche Bundespräsidentin wäre sie mit Sicherheit zu den großen SPÖ-Politikern neben Bruno Kreisky, Hannes Androsch und Heinz Fischer aufgestiegen. Das hätte ich ihr vergönnt.

       

      Was hat ihre Schwester politisch und gesellschaftlich geprägt?

      Insgesamt sind wir sehr politisch aufgewachsen. Wir wurden mit Kreisky groß und mein Vater war Ende der 1970er Jahre auch Bürgermeister. Seine Erfahrungen aus 40 Jahren Gemeindepolitik hat er Barbara vermittelt. Was die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau anbelangt, haben uns die Eltern viel mitgegeben. Vor allem unsere Mutter, die von Kleidung bis zu Kleiderkästen alles herstellen konnte, war Barbara ein sehr großes Vorbild.

      Beschreiben Sie Ihre Lebensbedingungen?

      Wir stammen aus einer Arbeiterfamilie, wo Geld immer knapp war. Dennoch schafften es meine Eltern mit viel Fleiß, uns Kindern gute Lebensbedingungen und Bildungsmöglichkeiten zu schaffen. Leben und Bildung konnten also nur mit Müh und Not finanziert werden und das hat Barbara nie vergessen. Deshalb lebte sie den sozialen Gedanken und setzte ihn in ihrer Politik um. Ich bin sehr stolz auf sie.

       

      Gab es einen Zeitpunkt, ab dem Sie realisiert haben, dass Ihre Schwester in der Innenpolitik angekommen ist?

      Die Anfänge von Barbaras politischer Tätigkeit habe ich nicht mitbekommen. Zum Beobachter ihrer Karriere wurde ich, als sie in den Landtag gewählt wurde. Von da an habe ich begonnen, mit zu zittern.

       

      Wie war Ihr Gefühl, als Ihre Schwester regelmäßig in den Medien vertreten war?

      Wenn ich sie im Fernsehen gesehen oder im Radio gehört habe, konnte ich es kaum glauben, dass meine Schwester zu hören oder sehen ist. Das war ein komisches Gefühl. Was ihre Rhetorik betrifft, hat sie sich über die Jahre stark verbessert.

       

      Gab es auch Momente, wo sie mit der Berichterstattung nicht zufrieden waren?

      Mit der medialen Berichterstattung war ich grundsätzlich zufrieden, obwohl ich schon erwähnen muss, dass die Medien sie zu Beginn ihrer politischen Karriere nicht ganz ernst nahmen. Ich kann mich erinnern, sie war gerade Landtagspräsidentin geworden und es wurde berichtet, dass sie Schuhe einkaufen war. Da dachte ich mir schon, wen soll das interessieren. Ich denke, durch ihre gute politische Arbeit hat sie sich aber die Anerkennung der Medien verdient und auch gut mit ihnen zusammengearbeitet. Auch während der Zeit ihrer schweren Erkrankung habe ich die Berichte sehr fair gefunden. Generell finde ich, dass sie in den Medien gut abgeschnitten hat.

      ZUR PERSON:

      Klaus Thaller ist der jüngere Bruder der verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.  Bis zu ihrem Tod stand er in engem Kontakt mit seiner um sechs Jahre älteren Schwester. Bereits sein Vater Leopold Thaller (SPÖ) war Ende der 1970er Jahre als Bürgermeister von Ottnang am Hausruck politisch tätig. Dadurch wurden Klaus Thaller, Barbara Prammer und zwei weitere jüngere Schwestern schon früh politisch geprägt. Heute lebt der 59-Jährige in Ried im Innkreis und ist im Vertrieb tätig.

    • „Ende von STS hat mich getroffen“

      In dieser Sendung spricht Gert Steinbäcker, das erste „S“ von „STS“ über das Ende der Band, die Entstehung seiner letzten Titel, aktuelle politische Entwicklungen und seinen Werdegang. Dazu gibt es einige Titel aus Steinbäckers vermeintlich letztem Album als Singer-/Songwriter „Jo Eh“ zu hören.

      Im Juni 2019 hat Gert Steinbäcker seine Solo-Konzerttournee als Singer-/Songwriter beendet. Zwei Jahre lang war er mit seinem  Album „Jo Eh“ in Österreich und Deutschland unterwegs. Das Album beinhaltet unter anderem „STS“-Klassiker im neuen Sound. Zum Beispiel „Irgendwann bleib i daun durt“. Die Omonoia Brass Band aus Korfu, wo Gert Steinbäcker ein Haus besitzt, spielte es ein. Insgesamt hat die Blaskapelle drei Titel von Gerd Steinbäcker im Programm. „Gemeinsam mit den verschiedensten Sängern wird in Griechenland versucht, dem Medium Blasmusik einen neuen Schwung zu geben“, sagt Steinbäcker.

      „Jo Eh“ ist auch ein Album, bei dem sich Steinbäcker den Traum erfüllt hat, die Klassiker „Großvater“ und „Mach die Aug’n zu“ in einer symphonischen Version aufzunehmen. Das aktuelle Album sollte das letzte des Liedermachers sein. Die positiven Kritiken und die Begeisterung der Fans haben Steinbäckers Perspektiven nun aber verändert. Die Veröffentlichung neuer Songs scheint nicht mehr völlig ausgeschlossen. „Ich habe immer in Stufen gedacht. Im nächsten Jahr denke ich dann darüber nach, ob meine Karriere als Liedermacher weitergeht.“

      „Möchte den Zeitgeist fotografieren“

      Eine bestimmte Art zu komponieren gibt es bei Steinbäcker nicht. Dank moderner Handy-Technologie hält er jede Melodie sofort fest, sobald sie im Kopf entstanden ist. Der heute 67-Jährige Sänger möchte den Zeitgeist nicht erklären, viel lieber fotografieren. Die Ideen zu Songs entstehen durch Alltags-Beobachtungen und in Gesprächen.

      Das Titellied „Jo Eh“ ist an einer Theke entstanden. Ein Freund aus Bayern meinte, dass „Jo Eh“ für ihn der typischste österreichische Ausdruck sei. Österreicher können eben auch mit wenigen Vokalen einen bedeutungsvollen Satz bilden. Entstanden ist ein Alpin-Rock-Song, der die Rechts-Strömung in vielen europäischen Staaten thematisiert. Zur Seite stand ihm dabei Wilfried Scheutz. Es ist eine der letzten Produktionen, auf der Wilfried zu hören ist. Er starb im Juli 2017. Auch Hubert von Goisern hat mitgewirkt.

      Im Lied “Die beste Zeit“ blickt Gert Steinbäcker auf seine Jugendjahre zurück. Für Steinbäcker gibt es einen Zusammenhang zwischen dem neuen Selbstbewusstsein der 1968er-Generation und dem Willen zum Aufbruch.

      Gert Steinbäcker verbringt regelmäßig mehrere Monate im Jahr in Griechenland. Dort bekommt er Flüchtlingstragödien mit. Diese verarbeitet er im Lied „Liebe und Musik“. Dafür konnte er Opernsänger Erwin Schrott gewinnen.

      Neben politischen und gesellschaftskritischen Liedern enthält das Album „Jo Eh“ auch Liebeslieder. „Ganz Nah“ beschreibt die spezielle Beziehung seines Freundes Ewald Pfleger zu dessen Frau. Pfleger, Gründer der Gruppe Opus, hat einst den Welthit „Live is Life“ geschrieben. „Ganz Nah“ ist ein Duett mit der Grazer Singer-/Songwriterin Inez.

      Thomas Spitzer, Mastermind der Ersten Allgemeinen Verunsicherung und Gert Steinbäcker sind seit Jugendtagen an befreundet. Bereits im Alter von 16 Jahren haben sie ihre erste Band „Mephisto“ gegründet. Später engagiert Spitzer Steinbäcker auch als EAV-Sänger. Nun hat Spitzer den Text für das Lied „Das letzte Wort“ geschrieben. Das Letzte Wort hat dabei die Gitarre.

      „Die Kraft weiterzumachen“

      In den 1970er Jahren arbeitet Gert Steinbäcker in allen möglichen Jobs, um sich über Wasser zu halten. Unter anderem komponiert er Musik zu Kinder- und Jugendstücken für das Schauspielhaus Graz. Die Kraft weiterzumachen, reist nie ab, obwohl die musikalischen Anfänge vom Publikum und den Medien kaum beachtet werden. Zu Beginn der 1980er Jahre kommt dann der Erfolg mit STS. Immer mehr Menschen besuchen die Konzerte. 1982 erhält die Band einen Plattenvertrag.

      Neue Lieder oder eine Tournee mit STS wird es nicht mehr geben. Lediglich einzelne Auftritte seien möglich. Als Begründung nennt Steinbäcker gesundheitliche Probleme seines Kollegen Timischl. STS sei ein großes Unternehmen geworden und wenn man auf die 70 zugeht und gesundheitlich nicht mehr topfit ist, wäre eine Tour zu beschwerlich. „Das Ende meiner Stammband hat mich hart getroffen.“

      Ein Gustostückerl bereitet Steinbäcker nun für seine Fans vor, denn eine DVD-Produktion über seine „Jo Eh“-Tournee ist in Planung.

    Vordergründig – Hintergründig
    Peter Pohn präsentiert im Rahmen der Porträtreihe „Vordergründig-Hintergründig“ Personen, die eine besondere Eigenschaft besitzen oder ein besonderes Hobby betreiben. In Bezug auf prominente Künstler soll verstärkt das Werk betrachtet bzw. hinterfragt und auf vielleicht weniger bekannte Facetten hingewiesen werden. Bei Sportlern wird verstärkt der Umgang mit Niederlagen, Motivationsproblemen, immer wieder ans Limit gehen zu müssen bzw. Durchhaltevermögen thematisiert.
    Bei dieser Podcast-Serie handelt es sich um einen externen Inhalt. Diese Podcast-Serie ist kein offizielles Produkt von meinmusikpodcast.de. Äußerungen der Gesprächspartner und Moderatoren geben deren eigene Auffassungen wieder. meinmusikpodcast.de macht sich Äußerungen von Gesprächspartnern in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.
    Rss Feed

    Wähle deinen Podcatcher oder kopiere den Link:
    https://meinmusikpodcast.de/vordergruendig-hintergruendig/feed.

    Teile diese Serie mit deinen Freunden.