"Musikinterviews

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    Musikinterviews

    • 40.
      0:25:44
      Die Sängerin Yvonne Catterfeld verrät im Podcast, warum Rapper die besseren Songwriter sind, dass sie und Nico Santos vielleicht bald gemeinsam Musik machen und warum Social Distancing auch ganz gut sein kann.


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    • 39.
      0:20:24
      Was für eine Mischung. Wir sprechen darüber wie es zum ungewöhnlichen Feature Tokio Hotel und VIZE kam. Außerdem verraten Bill und Tom Kaulitz, welche deutschen Dinge sie in Los Angeles vermissen und warum Vitali von VIZE bald sein erstes Tattoo von Bill bekommt.


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    • 2020 wollte Birgit mit ihrer Band „Denk“ eigentlich das 20jährige Gründungsjubiläum feiern. Corona-bedingt konnten allerdings nur wenige Konzerte gespielt werden. 2021 soll die Tour aber weitergehen. Am 30. Jänner wird die Sängerin in der Spinnerei Traun auftreten. Auch auf ORF III ist sie mit ihrer Sendung „Denk mit Kultur“ zu sehen, die im Jänner 2021 bereits in ihre 7. Staffel gegangen ist. Gemeinsam mit Alex Horstmann, Bandleader der Gruppe „Denk“, spricht Birgit in dieser Sendung über ihre Karriere.

      „Hertz“

      Zum Gesang brachte Birgit ihr ehemaliger Gitarrenlehrer Roland Neuwirth, der später selbst mit seinen Extremschrammeln für Furore sorgte. Ein wichtiger Meilenstein in Birgits Musikkarriere war dann die Gründung der Band „Hertz“, mit Birgit als Sängerin. Später stieg Alex Horstmann als Bassist in die Band „Hertz“ ein. Alex hat damals auch als Backliner und Chauffeur bei Willi Resetarits gearbeitet. Beifahrer war meist Günter Brödl, der Erfinder und sogenannte Trainer des Ostbahn Kurti. Alex spielte Brödl im Autokassettenrekorder Demos der Gruppe „Hertz“ vor. Alex wird bald zum Background-Sänger in der Ostbahn-Como befördert Und Birgit glänzt als Kurtis Duett-Partnerin.

      Von „Hertz“ zu „Denk“

      2000 entwickelten Birgit und Alex ein neues Band-Konzept: Die Gruppe Denk war geboren. Texte kamen auch von Freund Günther Brödl. Die Nähe zu Ostbahn Kurti ist bis heute in Nuancen hör- und spürbar, auch wenn das Band-Projekt „Denk“ natürlich eine musikalische Eigenständigkeit entwickelt hat. Im Oktober 2000 starb Günter Brödl. In Gedenken an den Ostbahn-Kurti-Erfinder hat Alex, das Plattenlabel „Rohscheibe gegründet.
      Seit 2000 wurde „Denk“ kontinuierlich aufgebaut, ohne Hit und vergleichsweise wenig Radioeinsätzen. Doch an der Motivation, ständig weiterzumachen hat es nie gemangelt.

      „Denk mit Kultur“

      Seit 2014 ist „Denk mit Kultur“ auf ORF III zu sehen. Dabei fällt Birgit durch eine gute Vorbereitung auf, die ihr Sattelfestigkeit gibt und die Möglichkeit bringt, ihre Gäste „unkonventionell“ zu fragen.
      Alex sorgt bei „Denk mit Kultur“ mit seinen Band-Kollegen für den Soundtrack der Sendung. Dank „Denk mit Kultur“ hat sich Birgits Popularität stark verstärkt. Dennoch ist es noch immer schwer, in ganz Österreich zu touren.

      Musikalische Sozialisation

      Birgit und Alex wurden musikalisch ab den 1970er Jahren sozialisiert. Damals war „Austropop“ en vogue. Mittels Protestsongs wurde der Jugend ein Sprachrohr gegeben. Viele Texte hatten sowohl für die Interpreten als auch für den Hörer eine Art therapeutische Wirkung und die transportierten Geschichten sind zeitlos. Ähnliches gilt für Birgits Text „Rannersdorf“.

      50. Geburtstag

      Im Mai 2021 wird Birgit in den Club der 50er eintreten. Lebenserfahrung hat sie zu Hauf gesammelt, in einigen Texten gibt die Sängerin auch kleine Anleitungen für ein glückliches Leben. Konkrete Vorstellungen zur Geburtstagsfeier gibt es noch keine. Gearbeitet wird allerdings an einem Konzert mit Freunden.

      Homepage: www.denk.at.
      Foto: Carina Antl

      (Peter Pohn)

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    • 10 Jan. 2021
      00:59:26

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      Etappenziel erreicht! Nach 12 Folgen tragen Markus und Nico die erste Staffel von “Wir und ELANE” zu Grabe. Mit Pfeil und Bogen kondoliert der gesamte Sherwood Forest. Zwischen den Abenteuern von Robin Hood, MacGyver und Jorans Kosmos springen Markus und Nico einmal mehr dem Tod von der Schippe und erwecken mit “Access denied!” eine völlig neue Kategorie zum Leben.
      Auferstehung in Staffel 2 garantiert!

      Inklusive der Rubrik ‘Remember the Song’: “Eyes of a Stranger

      Das MacGyver-Theme, gespielt von Skaldir, findet ihr hier.

      Kontakt: [email protected]

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      0:00 Hallo und willkommen

      6:06 Mein liebstes Hobby

      22:53 Jorans Kosmos

      30:42 Die Apokalypse-Insel

      39:29 Access denied!

      44:24 Remember the Song: Eyes of a Stranger

      50:26 Auf Wiedersehen, bis zur nächsten Staffel!


      #Elane #Folk #Fantasyfolk #Musik #Andor #Robin Hood #Michael Menzel #Paul Roland #Jason Connery #Bogenschießen #Tanya Roberts #James Bond #Alexi Laiho #Children of Bodom #Fußball #The Notwist #Ingwer #Finale #Eyes of a Stranger #Duran Duran #Eva Cassidy #MacGyver



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    • 00:30:13

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      Ein Hauch von Science Fiction? Willkommen 2021 - The Show Must Go On! Nico ist im Virtual Reality-Rausch, während Markus vom Kniffeln schwärmt. Ob “Krieg der Welten” oder “Tripods” - es wird dystopisch bei “Wir und ELANE”.

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      1:28 Mein liebstes Hobby

      11:38 Die Apokalypse-Insel

      21:47 Zuschauerfrage


      #Elane #Folk #Fantasyfolk #Musik #Virtual Reality #VROculus Quest #Facebook #Science Fiction #Die dreibeinigen Herrscher #Krieg der Welten #Ken Freeman #Jeff Wayne #Zukunft #Dystopie #Skyclad #Queen



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      Tanzkurse während der Pandemie? Kein Problem für unseren heutigen Gast, die Autorin, Musikerin und Gothic-Ikone Dr. Bianca Stücker. Wir reden über Kreativstress, Selbstliebe, Tarot, Wellensittiche und eine unmoralische Geschäftsidee. Außerdem erlebt ihr “live on tape”, wie Bianca, Nico, Joran und Markus in diesem Podcast-Special ihre virtuellen Geschenke auspacken! Absolutes Weihnachtsfeier-Feeling bei ELANE und Co!

      Inklusive der Rubrik ‘Remember the Song’: “The Thief” von Bianca Stücker

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      0:00 Hallo und willkommen

      2:17 Hi Bianca

      12:02 Mein liebstes Hobby

      33:42 Die Apokalypse-Insel

      52:44 Eine unmoralische Geschäftsidee

      59:33 Remember the Song: The Thief (Bianca Stücker)

      1:16:31 Heiligenschein von Wish

      1:26:38 Ich habe ein Geschenk bekommen

      1:33:34 Christian, Bjarne, der Weiße und das Weibchen


      #Elane #Folk #Fantasyfolk #Musik #Bianca Stücker #Form Follows Function #Kniffel #Durak #Violet #Lockdown #Bauchtanz #Selbstliebe #Boomer-Talk #Tattoo #Urzeitkrebse #YPS-Heft #Masters of the Universe #Einhorn #Corona #Knöllchen



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    • Alle Gäste des Jahres gibt es jetzt mit einmaligen Highlights im Best-of 2020 zu hören. Mit dabei sind David Puentez, YouNotUs, Topic, Felix Jaehn, Mausio, Plastik Funk, Max Lean, Fabian Farell, Boris Brejcha, Noel Holler, Jerome, Fritz Kalkbrenner und VIZE.


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    • 00:50:39

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      Musikalische Früherziehung: Auf Nicos Walkman liefen Enigma, Roxette und Metallica; Markus hat “erst” mit 12 Jahren Death Metal gehört, gleich nach den BeeGees. Und nicht allein mit Nicos Mikrofon stimmt etwas nicht ...

      Inklusive der Rubrik ‘Remember the Song’: “Come to the Sea

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      8:36 Zuschauerfrage

      24:45 Die Apokalypse-Insel

      30:16 Remember the Song: Come to the Sea

      40:10 Mein liebstes Hobby

      #Elane #Folk #Fantasyfolk #Musik #Dan Swanö #Nightingale #Harrison Ford #Indiana Jones #James Mangold #Hugh Jackman äLoreena McKennitt #Chris Hülsbeck #Enigma #Roxette #Death #Scorpions #Cemetery Gates #Cascade #Cynic #Herbert Grönemeyer #Alessandro Baricco



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    • Martin Seimen und Ewald Tröbinger, die beiden Masterminds der Linzer Kultband  „Superfeucht“,  haben noch immer Lust auf Musik und vor allem auf der Bühne zu stehen. Gerade haben sie gemeinsam mit Ewald Pfleger von Opus den neuen Song „Jerusalem” aufgenommen. Bereits in den 80er Jahren hat „Superfeucht“ einige große Hits produziert: Mit „Jetzt oder nie“ oder „Der erste Schritt“ landete die Kultband mehrere Wochen in den Ö3-Charts. 1988 löste sich die Band auf, kam zur Freude der Fans aber 2008 zurück.  Unsere Verbissenheit von damals ist heute nicht mehr so groß, erklärt Martin, eine gewisse Lockerheit gehöre schließlich auch zum Erfolg, der noch immer anhält.

      2017 organisierten die Linzer erstmals ein 80s-Revival auf dem Linzer Pfarrplatz. Mit dabei waren damals österreichische Top Acts der 80er Jahre, wie Minisex, Klaus Pruenster und natürlich Mr. Hitparade Udo Huber. Gemeinsam erinnerten sie sich an die 80er Jahre zurück, die sie mit ihrem Wegbegleiter Falco verbindet. 1985 spielte etwa Superfeucht im Vorprogramm von Falcos Europatour „Amadeus“.

      Auf Tournee mit Falco

      Die Falco-Band bestand aus exzellenten Musikern, erinnert sich Superfeucht-Frontman Ewald Tröbinger. Sie hätten gewusst, wie der Falco-Sound im Konzert rüberkommen muss. Anfangs der 80er Jahre spielte Falco in der Anarcho-Band Drahdiwaberl rund um Stefan Weber. Bei Drahdiwaberl-Konzerten bekam der kommende Star bereits die Chance, seinen späteren Hit „Ganz Wien“ zu spielen. Ewald und Martin waren bei einem Konzert in Salzburg dabei.  „Falco muss es selbst machen“, meinte Martin damals.

      Anfang der 80er Jahre arbeitete eine weitere 80er-Ikone, Reinhold Bilgeri, mit Falco zusammen. Er überließ ihm sogar die Musik zu dessen Einstiegshit „der Kommissar“. Gemeinsam mit dem Topproduzenten Robert Ponger schrieben sie an Liedern. Damals schenkte Bilgeri Ponger eine LP von Ricky James mit dem Titel „Super Freak“. Die Bass-Line daraus gab den Impuls für Falcos ersten Hit „Der Kommissar“.

      Auch Rudi Nemeczek von „Minisex“ kannte Falco gut. Er hätte immer wieder versucht, sich neu zu erfinden, so Nemeczek. An Falco sehe man, wie hart das mediale Geschäft ist. „Als er keine Massenhits mehr hatte, wurde er hängengelassen“, sagt der Minisex-Mastermind. Auch wenn er immer gute Platten machte, wurde Falco erst nach seinem Tod wieder vermehrt im Radio gespielt. Kritiker kommentierten Falcos Absturz teils mit Schadenfreude. Udo Huber erklärt diese Tatsache mit der österreichischen Mentalität und der Wertigkeit seiner Künstler: „Wer hoch fliegt, wird bald heruntergeholt.“

      Musik-Videos, MTV und die „Großen Zehn“

      Die 80er Jahre waren auch die große Zeit des Musiksenders MTV. Plattenlabels leisteten sich teure Videos für ihre Stars.  Besonders aufwendig war das Video zu Michael Jacksons Hit „Thriller“. In Österreich präsentierte Udo Huber in seiner ORF-Sendung „Die großen 10“ Videos. „Damals waren Musikvideos etwas Besonderes. Heute kann auf Youtube permanent jedes Video gesehen werden“, so  Udo Huber.

      Zu Udos Markenzeichen wurde damals ein Overal, auch wenn er gar nicht so oft einen getragen hätte, behauptet er heute: „Ich habe am Anfang meiner Fernsehkarriere nicht gewusst, was ich anziehen soll.“  Als er dann in Linz Roger Chapmann sah, der bei einem Konzert auch einen Overal anhatte, kopierte er diese Idee.

      Neben der Vorstellung der Charts wurden in die „Großen 10“ auch Gäste eingeladen, darunter Superfeucht. „Es war kein Nachteil, nicht aus Wien zu sein“, meint Ewald. Die Band versucht 14tägig Medientermine in Wien wahrzunehmen. „Die großen 10“ wurden auch über Österreichs Grenzen hinaus gesehen. „Wenn du beim Udo warst, hast du es geschafft und warst sehr präsent“, erinnert sich Rudi Nemeczek.

      Auch Minisex bekam mehrmals die Chance, in den „Großen 10“ dabei zu sein. „1989 hatte diese Sendung noch eine Einschaltquote von 1 Million“, erinnert sich Udo Huber. Heute könne das Publikum nicht mehr mit wenigen Auftritten erreicht werden.  Künstler müssten viel mehr arbeiten, damit Menschen erreicht würden.

      New Wave in Österreich- ein Umbruch

      Mit Falco, Minisex und dem Rest der österreichischen New Wave-Szene, zu der sich auch Superfeucht zählt, bekamen in der ersten Hälfte der 80er Jahre die bewährten Austropopper rund um Wolfgang Ambros, Georg Danzer oder Peter Cornelius Konkurrenz.  Es kam zu Platz-Hirsch-Kämpfen in den Medien. Superfeucht kannte damals sämtliche Acts der österreichischen Popmusik. Eine besondere Freundschaft verband die Linzer mit Wilfried, den sie als Produzent, unter anderem für ihren Hit „Jetzt oder nie“, gewinnen konnten.

      Die New Wave-Szene in Österreich anfangs der 80er Jahre war also ein Umbruch.  Popmusik „Made in Austria“ sollte international erfolgreich werden.  Minisex hatte mit „Rudi gib acht“ und „Eismeer“ in Österreich zwar große Hits, ihre Veröffentlichungen in Schweden, Norwegen und Dänemark, floppten aber. Und live kam die Band über den deutschsprachigen Raum auch nicht hinaus.

      Minisex betrieb in jenen Jahren allerdings ein eigenes Platten-Label, wo Hansi Lang und auch die Hallocination Company oder Tom Pettings Herzattacken, rund um den späteren Radio-Moderator Eberhard Forcher, produziert wurden. Bekanntlich schaffte Hans Hölzel, alias Falco, mit „Rock me Amadeus“ den großen internationalen Durchbruch, flankiert von Opus mit „Live is Life“.

      Erdenklang

      Der Vorarlberger Musiker Klaus Pruenster gilt als Miterfinder der „computerakustischen Rockmusik mit Erdenklängen“, die er bei internationalen Musik-Projekten anlässlich des Elektronik-Festivals „Ars Electronica“ in Linz weiterentwickelte. 1982 gelang ihm der Hit „Wunderwelt“. Für sein Werk wurde Pruenster bereits ausgezeichnet. Nach dem Professorentitel wurde er 2017 auf dem Walk of Stars im Wiener Prater verewigt.

      „60 ist das neue 40“

      Für die Bühne fühlt sich Rudi Nemeczek noch nicht zu alt. „60 ist das neue 40“, meint er. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hat sich die Band aufgelöst. Nemeczek arbeitete dann als Kreativdirektor in Werbeagenturen. 2014 haben Minisex das letzte Album auf den Markt gebracht. Erinnerungen sind etwas Positives, wenn man nicht rückständig denkt, meint Rudi. Udo Huber gilt als Kultmoderator der 80er Jahre. Nach dem Ende seiner Fernsehmoderatorentätigkeit feierte er 2007 mit der Sendung  „The Return of Mister Udo Huber“ ein Comeback. Revivals findet er schön: „Wir sind nicht von gestern sondern trendy.“

       

      (Peter Pohn)

       

       



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    • Martin Seimen und Ewald Tröbinger, die beiden Masterminds der Linzer Kultband  „Superfeucht“,  haben noch immer Lust auf Musik und vor allem auf der Bühne zu stehen. Gerade haben sie gemeinsam mit Ewald Pfleger von Opus den neuen Song „Jerusalem“ aufgenommen. Bereits in den 80er Jahren hat „Superfeucht“ einige große Hits produziert: Mit „Jetzt oder nie“ oder „Der erste Schritt“ landete die Kultband mehrere Wochen in den Ö3-Charts. 1988 löste sich die Band auf, kam zur Freude der Fans aber 2008 zurück.  Unsere Verbissenheit von damals ist heute nicht mehr so groß, erklärt Martin, eine gewisse Lockerheit gehöre schließlich auch zum Erfolg, der noch immer anhält.

      2017 organisierten die Linzer erstmals ein 80s-Revival auf dem Linzer Pfarrplatz. Mit dabei waren damals österreichische Top Acts der 80er Jahre, wie Minisex, Klaus Pruenster und natürlich Mr. Hitparade Udo Huber. Gemeinsam erinnerten sie sich an die 80er Jahre zurück, die sie mit ihrem Wegbegleiter Falco verbindet. 1985 spielte etwa Superfeucht im Vorprogramm von Falcos Europatour „Amadeus“.

      Auf Tournee mit Falco

      Die Falco-Band bestand aus exzellenten Musikern, erinnert sich Superfeucht-Frontman Ewald Tröbinger. Sie hätten gewusst, wie der Falco-Sound im Konzert rüberkommen muss. Anfangs der 80er Jahre spielte Falco in der Anarcho-Band Drahdiwaberl rund um Stefan Weber. Bei Drahdiwaberl-Konzerten bekam der kommende Star bereits die Chance, seinen späteren Hit „Ganz Wien“ zu spielen. Ewald und Martin waren bei einem Konzert in Salzburg dabei.  „Falco muss es selbst machen“, meinte Martin damals.

      Anfang der 80er Jahre arbeitete eine weitere 80er-Ikone, Reinhold Bilgeri, mit Falco zusammen. Er überließ ihm sogar die Musik zu dessen Einstiegshit „der Kommissar“. Gemeinsam mit dem Topproduzenten Robert Ponger schrieben sie an Liedern. Damals schenkte Bilgeri Ponger eine LP von Ricky James mit dem Titel „Super Freak“. Die Bass-Line daraus gab den Impuls für Falcos ersten Hit „Der Kommissar“.

      Auch Rudi Nemeczek von „Minisex“ kannte Falco gut. Er hätte immer wieder versucht, sich neu zu erfinden, so Nemeczek. An Falco sehe man, wie hart das mediale Geschäft ist. „Als er keine Massenhits mehr hatte, wurde er hängengelassen“, sagt der Minisex-Mastermind. Auch wenn er immer gute Platten machte, wurde Falco erst nach seinem Tod wieder vermehrt im Radio gespielt. Kritiker kommentierten Falcos Absturz teils mit Schadenfreude. Udo Huber erklärt diese Tatsache mit der österreichischen Mentalität und der Wertigkeit seiner Künstler: „Wer hoch fliegt, wird bald heruntergeholt.“

      Musik-Videos, MTV und die „Großen Zehn“

      Die 80er Jahre waren auch die große Zeit des Musiksenders MTV. Plattenlabels leisteten sich teure Videos für ihre Stars.  Besonders aufwendig war das Video zu Michael Jacksons Hit „Thriller“. In Österreich präsentierte Udo Huber in seiner ORF-Sendung „Die großen 10“ Videos. „Damals waren Musikvideos etwas Besonderes. Heute kann auf Youtube permanent jedes Video gesehen werden“, so  Udo Huber.

      Zu Udos Markenzeichen wurde damals ein Overal, auch wenn er gar nicht so oft einen getragen hätte, behauptet er heute: „Ich habe am Anfang meiner Fernsehkarriere nicht gewusst, was ich anziehen soll.“  Als er dann in Linz Roger Chapmann sah, der bei einem Konzert auch einen Overal anhatte, kopierte er diese Idee.

      Neben der Vorstellung der Charts wurden in die „Großen 10“ auch Gäste eingeladen, darunter Superfeucht. „Es war kein Nachteil, nicht aus Wien zu sein“, meint Ewald. Die Band versucht 14tägig Medientermine in Wien wahrzunehmen. „Die großen 10“ wurden auch über Österreichs Grenzen hinaus gesehen. „Wenn du beim Udo warst, hast du es geschafft und warst sehr präsent“, erinnert sich Rudi Nemeczek.

      Auch Minisex bekam mehrmals die Chance, in den „Großen 10“ dabei zu sein. „1989 hatte diese Sendung noch eine Einschaltquote von 1 Million“, erinnert sich Udo Huber. Heute könne das Publikum nicht mehr mit wenigen Auftritten erreicht werden.  Künstler müssten viel mehr arbeiten, damit Menschen erreicht würden.

      New Wave in Österreich- ein Umbruch

      Mit Falco, Minisex und dem Rest der österreichischen New Wave-Szene, zu der sich auch Superfeucht zählt, bekamen in der ersten Hälfte der 80er Jahre die bewährten Austropopper rund um Wolfgang Ambros, Georg Danzer oder Peter Cornelius Konkurrenz.  Es kam zu Platz-Hirsch-Kämpfen in den Medien. Superfeucht kannte damals sämtliche Acts der österreichischen Popmusik. Eine besondere Freundschaft verband die Linzer mit Wilfried, den sie als Produzent, unter anderem für ihren Hit „Jetzt oder nie“, gewinnen konnten.

      Die New Wave-Szene in Österreich anfangs der 80er Jahre war also ein Umbruch.  Popmusik „Made in Austria“ sollte international erfolgreich werden.  Minisex hatte mit „Rudi gib acht“ und „Eismeer“ in Österreich zwar große Hits, ihre Veröffentlichungen in Schweden, Norwegen und Dänemark, floppten aber. Und live kam die Band über den deutschsprachigen Raum auch nicht hinaus.

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      Erdenklang

      Der Vorarlberger Musiker Klaus Pruenster gilt als Miterfinder der „computerakustischen Rockmusik mit Erdenklängen“, die er bei internationalen Musik-Projekten anlässlich des Elektronik-Festivals „Ars Electronica“ in Linz weiterentwickelte. 1982 gelang ihm der Hit „Wunderwelt“. Für sein Werk wurde Pruenster bereits ausgezeichnet. Nach dem Professorentitel wurde er 2017 auf dem Walk of Stars im Wiener Prater verewigt.

      „60 ist das neue 40“

      Für die Bühne fühlt sich Rudi Nemeczek noch nicht zu alt. „60 ist das neue 40“, meint er. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hat sich die Band aufgelöst. Nemeczek arbeitete dann als Kreativdirektor in Werbeagenturen. 2014 haben Minisex das letzte Album auf den Markt gebracht. Erinnerungen sind etwas Positives, wenn man nicht rückständig denkt, meint Rudi. Udo Huber gilt als Kultmoderator der 80er Jahre. Nach dem Ende seiner Fernsehmoderatorentätigkeit feierte er 2007 mit der Sendung  „The Return of Mister Udo Huber“ ein Comeback. Revivals findet er schön: „Wir sind nicht von gestern sondern trendy.“

       

      (Peter Pohn)

       

       



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